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Craft CMS 2: Neues Preismodell, Kategorien und mehr

Craft CMS 2.0 Preismodell - Teaser

Vor fünf Monaten erschien Craft 1.3. Am 1. April, kein Scherz, kündigte Pixel & Tonic Craft 2 an. Nach nur gut zehn Monaten folgte bereits ein Nachfolger. Das überrascht, zumal Craft 2 mit 250 neuen Funktionen und Verbesserungen weit mehr als ein kleines Update ist.

Was ist neu?

Kategorien

Kategorien sind eines der auffälligsten Beispiele dafür, dass Craft 1 noch nicht vollständig ausgereift war. Dass man bis zur Version 2.0 auf ein so grundlegendes Feature warten musste, erscheint etwas ungewöhnlich. Mit Craft 2 sind Kategorien nun ein vollwertiger Elementtyp mit eigenem Feldlayout und einem eigenen Feldtyp, mit dem sich Kategorien an Einträge, Assets oder andere Elemente anfügen lassen.

Im Unterschied zu Tags, die eher für freie Schlagwörter gedacht sind, eignen sich Kategorien für feste, hierarchische Strukturen, zum Beispiel für Themenbereiche eines Blogs oder Produktkategorien eines Shops. Kategorien lassen sich zudem in Gruppen organisieren und mehrstufig verschachteln.

Categories Screenshot

Neues Control Panel

Das Control Panel wurde komplett neu gestaltet. Es ist jetzt breiter, modularer und reagiert flexibel auf verschiedene Bildschirmgrößen. Neu ist außerdem die Unterstützung für Rechts-nach-Links-Sprachen wie Arabisch. Die Navigation wurde überarbeitet: Einstellungen und Updates sind jetzt als Symbole zugänglich, und das Einstellungsmenü bietet direkte Links zu den einzelnen Unterseiten.

Praktisch ist auch das neue Find-and-Replace-Werkzeug in den Einstellungen. Damit lassen sich Texte in allen Rich-Text- und Plain-Text-Feldern suchen und ersetzen, auch innerhalb von Matrix-Feldern. Wer jemals einen Domainwechsel mit hartkodierten URLs in Inhalten durchgeführt hat, weiß, wie wertvoll das ist.

Caching

Craft 2 bietet acht neue Caching-Methoden: APC, Datenbank, eAccelerator, Memcache(d), Redis, WinCache, XCache und Zend Data. Die gewünschte Methode lässt sich einfach über die neue cacheMethod-Einstellung in der Konfigurationsdatei aktivieren.

Hinzu kommt der neue {% cache %}-Tag für partielles Template-Caching. Damit lassen sich rechenintensive Template-Bereiche zwischenspeichern, ohne die gesamte Seite cachen zu müssen. Für Seiten mit dynamischen und statischen Bereichen ist das ein erheblicher Performance-Gewinn.

Hintergrundaufgaben

Zeitaufwändige Prozesse laufen ab sofort als Hintergrundaufgaben, ohne den Seitenaufruf zu blockieren. Das verbessert die Reaktionsfähigkeit des Control Panels spürbar.

Neues Preismodell

Besonders erfreulich ist das neue Preismodell. Statt vieler einzelner Zusatzpakete gibt es ab sofort nur noch drei Lizenztypen.

We haven’t been in love with our pricing model. On one hand, some of our customers voiced that it was too complicated, with each site requiring five separate purchase decisions. On the other hand, some of our customers wished for more granularity.

— Brandon Kelly

Craft Personal

Ersetzt die kostenlose Core-Variante und bleibt kostenlos. Gedacht für kleinere Websites oder Blogs. Die Einschränkungen sind jedoch spürbar: nur ein Channel, fünf Singles und ein Benutzerkonto. Mehrsprachigkeit, Versionierung und Cloud-Hosting sind nicht enthalten.

Craft Client

Für 199 US-Dollar entfallen die Einschränkungen bei Channels, Singles und Structures. Entwürfe und Versionierung sind enthalten, ebenso die Möglichkeit, das Branding des CMS anzupassen. Zwei Benutzerkonten stehen zur Verfügung: ein Admin- und ein Client-Account für den Redakteur. Für kleine Kundenprojekte ist dies die logische Wahl.

Craft Pro

Keine Einschränkungen. Vollständige Benutzerverwaltung mit beliebig vielen Accounts, Gruppen und granularen Rechten. Mehrsprachigkeit und Cloud-Speicher wie Amazon S3 sind ebenfalls enthalten.

We’re really excited about this. We think it’s a much simpler model, and the new price points are going to help get Craft into the hands of even more people. We hope you agree!

— Brandon Kelly

Fazit

Als Craft-Nutzer der ersten Stunde freue ich mich sehr über die neue Lizenzstruktur. Die Funktionen von Craft Client haben bei Craft 1 rund 299 US-Dollar gekostet, wenn man die entsprechenden Pakete einzeln kaufte. Alle Pro-Pakete zusammen hätten satte 695 US-Dollar gekostet. Das neue Modell ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich einfacher zu erklären, was beim Verkauf an Kunden hilft.

Craft 2 ist außerdem ein kostenloses Upgrade. Wer bei Craft 1 mindestens ein Zusatzpaket gekauft hatte, erhält automatisch eine Craft 2 Pro-Lizenz. Das ist eine großzügige Geste.

Mit Craft Personal lässt sich inzwischen erstaunlich viel anstellen. Das ist mehr als eine Demo und könnte dazu beitragen, dass mehr Entwickler und Agenturen das CMS entdecken und ausprobieren.

Thomas Sausen

Webentwickler

Selbstständiger Webentwickler, der 2005 mit WordPress-Websites anfing, dann zu ExpressionEngine wechselte und 2013 sein Herz an Craft CMS verlor. Als Gründer von Craftentries, berichtet er seit 2015 über das Craft-Ökosystem.